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Welche Keyword-Art in Google Ads 2026 am sinnvollsten ist

Autor: Alex Rodionov

In Google Ads stellt sich bei neuen Suchkampagnen fast immer dieselbe Frage: Sollte man direkt mit weitgehend passenden Keywords arbeiten oder zunächst auf genau passende Keywords setzen? Gerade weil Google die automatische Interpretation von Suchanfragen in den letzten Jahren deutlich erweitert hat, hat sich die praktische Arbeit mit Keyword-Arten spürbar verändert.

Die drei Keyword-Arten im Überblick

Grundsätzlich gibt es im Suchnetzwerk weiterhin drei zentrale Keyword-Arten: genau passend, passende Wortgruppe und weitgehend passend. Auch wenn diese Varianten seit Jahren bekannt sind, ist ihre tatsächliche Wirkung heute nicht mehr dieselbe wie noch vor einigen Jahren. Vor allem genau passende Keywords sind längst nicht mehr so eng wie früher. Google berücksichtigt inzwischen deutlich häufiger ähnliche Varianten, Synonyme und Suchintentionen. Dadurch entsteht selbst bei exakten Keywords heute bereits mehr Reichweite als früher. Trotzdem starte ich neue Konten in der Regel weiterhin zuerst mit genau passenden Keywords.

Warum ich neue Konten zuerst mit genau passenden Keywords starte

Der Grund ist einfach: In einem neuen Konto fehlen zunächst die Daten, die Google für eine saubere automatische Steuerung benötigt. Es gibt noch keine Conversion-Historie, keine klaren Suchmuster und keine belastbaren Signale darüber, welche Suchanfragen tatsächlich zu Anfragen oder Verkäufen führen. Wenn man in dieser Phase direkt mit weitgehend passenden Keywords arbeitet und gleichzeitig auf Klicks maximieren setzt, wird die Kampagne oft unnötig breit.

Praxisbeispiel aus dem Rechtsbereich

Ein typisches Beispiel ist ein aktuelles Konto aus dem Rechtsbereich. Dort arbeiten wir derzeit mit insgesamt 407 Keywords. Davon sind 379 genau passend eingebucht, 28 als passende Wortgruppe und weitgehend passende Keywords werden aktuell bewusst noch nicht eingesetzt. Die Kampagne läuft auf Klickmaximierung, weil zunächst Reichweite aufgebaut und Suchverhalten kontrolliert analysiert werden soll. Gerade in solchen Fällen ist Kontrolle entscheidend. Wenn beispielsweise ein Keyword wie „Rechtsanwalt Berlin“ weitgehend passend eingebucht wird, kann Google ohne ausreichende Conversion-Daten Suchanfragen sehr breit interpretieren. Dann entstehen schnell Impressionen und Klicks auf Begriffe, die zwar thematisch verwandt sind, aber keine konkrete Kaufabsicht haben. Das können allgemeine juristische Begriffe oder Suchanfragen sein, die zwar im Umfeld liegen, aber keine sinnvolle Anfrage erzeugen. Genau passende Keywords reduzieren dieses Risiko deutlich. Allerdings bedeutet diese Strategie am Anfang mehr Recherche. Wer mit genau passenden Keywords arbeitet, muss sauber prüfen, welche Begriffe überhaupt relevantes Suchvolumen besitzen. Der Keyword-Planer bleibt dafür weiterhin ein wichtiges Werkzeug. Ein exakt eingebuchtes Keyword ohne Suchvolumen bringt keine Reichweite und liefert entsprechend auch keine Daten. Google Ads Keywords 2026

Wann passende Wortgruppe sinnvoll ergänzt werden kann

Spannend wird es meist dann, wenn erste stabile Daten vorliegen und passende Wortgruppe ergänzt wird. Im genannten Konto zeigt sich das aktuell sehr deutlich. In den letzten 30 Tagen wurden über das stärkste Keyword insgesamt 76 Conversions erzielt. Davon entfallen bereits 7,5 Conversions auf ein Keyword in passender Wortgruppe. Der überwiegende Teil kommt weiterhin über genau passende Keywords, aber die passende Wortgruppe gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das ist aus meiner Sicht ein typischer nächster Schritt: Erst Exact Match, dann schrittweise Erweiterung. Passende Wortgruppe eignet sich besonders dann, wenn erste Daten vorhanden sind, aber zusätzliche Reichweite benötigt wird. Die Suchanfragen bleiben kontrollierbarer als bei weitgehend passend, gleichzeitig wird die Kampagne flexibler. Interessant ist dabei auch, dass sich im Qualitätsfaktor in diesem Fall kein relevanter Unterschied zeigt. Ob genau passend oder passende Wortgruppe: Die Anzeigenrelevanz und die Bewertung der Zielseite bleiben stabil. Das zeigt, dass die Keyword-Art allein nicht über Qualität entscheidet, sondern die Relevanz der gesamten Kampagnenstruktur.

Wann weitgehend passend wirklich sinnvoll wird

Anders entwickelt sich die Situation in Konten mit deutlich mehr Daten.

Praxisbeispiel aus einem Übersetzungsbüro mit drei Sprachkampagnen

Ein gutes Beispiel ist ein Übersetzungsbüro aus Bielefeld mit dreisprachigen Kampagnen. Dort wurde die Strategie bereits auf Conversion-Wert maximieren umgestellt, weil verschiedene Conversion-Aktionen unterschiedlich bewertet werden und ausreichend Daten vorhanden sind. In den letzten 200 Tagen wurden dort insgesamt 411 Conversions erzielt, davon 264 Conversions allein in den letzten 90 Tagen. Erst in dieser Phase wird weitgehend passend wirklich interessant. Seit der Erweiterung sehen wir dort mehrere weitgehend passende Keywords, die eigenständig relevante Ergebnisse liefern. Einzelne Broad-Match-Keywords erzielen inzwischen 8 beziehungsweise 7 Conversions im betrachteten Zeitraum. Das zeigt sehr klar: Weitgehend passend kann sehr gut funktionieren, aber nicht zu früh. Google benötigt dafür ausreichend historische Daten, um Suchintentionen sauber einordnen zu können. Erst wenn das System gelernt hat, welche Suchanfragen tatsächlich wirtschaftlich relevant sind, kann Broad Match / Weitgehend passend effizient arbeiten. Deshalb ist weitgehend passend aus meiner Sicht heute kein sinnvoller Startpunkt für neue Konten, sondern eher ein späterer Ausbauschritt.

Die sinnvolle Reihenfolge bei der Keyword-Erweiterung

In vielen Konten entwickelt sich die Struktur ähnlich: zuerst genau passend, dann passende Wortgruppe und erst später weitgehend passend. Wichtig ist dabei: Genau passende Keywords müssen später nicht pausiert werden. Es gibt keinen Grund, funktionierende exakte Keywords zu entfernen, nur weil breitere Varianten ergänzt werden. Im Gegenteil: Exakte Keywords sichern weiterhin die präzisesten Suchanfragen ab und stabilisieren die Kampagne zusätzlich. Entscheidend ist die Kombination und vor allem der richtige Zeitpunkt. Wenn genügend Daten vorhanden sind und die Gebotsstrategie auf Conversions oder Conversion-Wert optimiert wird, kann weitgehend passend sinnvoll zusätzliche Reichweite erschließen. Ohne diese Datengrundlage steigt jedoch das Risiko unnötiger Klickkosten deutlich.

Also, welche Keyword-Art ist im Jahr 2026 sinnvoll?

  • Neue Konten lassen sich am stabilsten mit genau passenden Keywords starten.
  • Passende Wortgruppe eignet sich als kontrollierte Erweiterung, sobald erste Daten vorliegen.
  • Weitgehend passend wird erst dann effizient, wenn genügend Conversion-Daten vorhanden sind.
  • Die Gebotsstrategie entscheidet maßgeblich darüber, wie breit Keywords sinnvoll eingesetzt werden können.
  • Exakte Keywords bleiben auch später wichtig und müssen nicht ersetzt werden.
  • Die sinnvollste Struktur entsteht schrittweise und orientiert sich immer am tatsächlichen Datenstand des Kontos.

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