Online Marketing News April 2026
Autor: Alex Rodionov
Die Google-Update-Welle: Core & Spam im Doppelpack
Wer im Online-Marketing arbeitet, ist an unruhige Nächte gewöhnt, aber der April 2026 setzt dem Ganzen die Krone auf. Das neue Core Update ist jetzt offiziell draußen und wirbelt die SERPs ordentlich durcheinander. Eigentlich ging die Reise schon am 27. März los – also nur drei Tage nachdem das Spam Update gestartet war. Stand heute ist das Core Update anscheinend noch gar nicht komplett ausgerollt, was die aktuelle Volatilität erklärt.

Was soll ich sagen? Die Ergebnisse springen wild hin und her, die Impressionen gehen hoch und runter wie auf einer Achterbahn. Man loggt sich morgens in die Search Console ein und weiß nie, ob man heute ein Held oder ein Geist ist. Man sieht Projekte, die jahrelang stabil waren, plötzlich um 30 % einbrechen, nur um zwei Tage später wieder auf dem alten Stand zu sein. Es ist nervenaufreibend.
Das 19-Stunden-Spam-Update
Parallel dazu hatten wir das Spam Update, das am 24.03. startete. Das Kuriose dabei: Nach nur 19 Stunden war der Spuk offiziell schon wieder vorbei. Man fragt sich ja langsam ernsthaft: Ist das nicht eigentlich dasselbe, was Google uns da ständig als „neu“ verkauft? Es wird für April wieder groß angeteasert, aber gefühlt befinden wir uns in einem Dauerzustand der Updates. Das war schon im März extrem stark und jetzt geht es weiter.
Kontrollverlust in den SERPs: KI-Titel und Opt-outs
KI-Titel: Wenn Google dein Branding „optimiert“
Ein Thema, das mich wirklich nervt: Google nutzt jetzt verstärkt KI, um manche Ergebnistitel in den SERPs eigenmächtig anzupassen. Ganz ehrlich? Ich finde das extrem problematisch. Als SEO verbringt man Stunden damit, die perfekte Meta-Title-Struktur zu entwerfen, testet die Click-Through-Rate (CTR) und feilt an jedem Wort, damit es genau zur Brand Voice passt. Und dann kommt die Google-KI und pfuscht einfach dazwischen, weil sie meint, den Nutzer besser zu verstehen als wir selbst.
Ich habe dazu ja schon mal geschrieben – es nimmt einem einfach die Kontrolle über die eigene Darstellung und das Branding. Wenn Google entscheidet, wie deine Marke in der Suche heißt, nur weil die KI denkt, ein anderer Titel würde einen Klick mehr bringen, verlieren wir die Konsistenz über alle Kanäle hinweg. Da bringt die beste Strategie nichts, wenn am Ende ein Algorithmus das letzte Wort hat.
Lichtblick in der GSC: Brand vs. Non-Brand
Immerhin gibt es auch gute Nachrichten aus dem Hause Google: In der Google Search Console (GSC) gibt es jetzt endlich die neuen Filter für Brand- und Non-Brand-Keywords. Das ist tatsächlich nützlich. Wer massiv Traffic über tausende Keywords generiert, weiß, wie nervig es bisher war, mit komplexen Regex-Formeln oder manuellen Exporten zu arbeiten, um die Performance zu trennen.
Wenn man keine Zeit hat oder schnell einen Report für den Kunden braucht, ist das ein echtes Zeitersparnis-Feature. Man sieht sofort, wie viel vom Erfolg auf die eigene Marke einzahlt und wo man generisch noch nachlegen muss. Eine neue Funktion, die mal wirklich praxisnah ist und uns den Alltag erleichtert.
Opt-Out für KI-Übersichten (AI Overviews) für Verlage
Ein heiß diskutiertes Thema ist die Opt-Out Option bezüglich der KI-Übersichten. Aktuell ist das Ganze noch nicht wirklich final im System – es wurde erst mal nur so angeteasert, dass es vielleicht kommt. Aber sicher weiß man es noch nicht.
Für die „Publisher-Schwestern“ da draußen wäre das überlebenswichtig. Warum sollten Verlage und News-Seiten zulassen, dass ihre exklusiven Inhalte in die KI-Übersicht einfließen, wenn Google dort die Antwort direkt liefert? Das Ergebnis ist frustrierend: Der Nutzer liest die Info bei Google, klickt aber nicht mehr auf die Webseite. Am Ende generiert man zwar Impressionen, von denen man sich aber nichts kaufen kann. Ohne Klicks gibt es keine Monetarisierung, und ohne Geld gibt es bald keinen Content mehr, den die KI überhaupt noch auswerten kann. Ein gefährlicher Teufelskreis für alle, die von Inhalten leben.
PMax & Video: Die Automatisierungsfalle
KI-Voiceover: Schaltet es aus!
Bei den Performance Max (PMax) Kampagnen gab es ein massives Upgrade bei der Asset-Optimierung. Wer hier nicht aufgepasst hat und bis zum 20.03. keinen Opt-out gemacht hat, ist jetzt automatisch dabei. Das bedeutet: Google legt ungefragt ein KI-generiertes Voiceover über eure Videos.
Aus meiner Sicht ist das ein absolutes No-Go für seriöse Brands. Die KI-Stimmen klingen zwar technisch immer besser, aber sie treffen selten den exakten Tonfall oder die Emotion der Marke. Man verliert die Kontrolle über die Botschaft. Wenn das Video eigentlich eine hochwertige Atmosphäre vermitteln soll und dann eine blecherne KI-Stimme drüberquatscht, zerstört das den kompletten Eindruck. Mein dringender Rat: Geht sofort in die Einstellungen und deaktiviert diese automatische Optimierung. Qualität schlägt hier Bequemlichkeit um Längen.
Endlich Transparenz: Video-Segmentierung
Positiv ist hingegen, dass wir im Reporting jetzt tiefer graben können. Es gibt nun eine Video-Segmentierung im Kanalleistungs-Bericht. Man kann schwarz auf weiß sehen: Wie performen Anzeigen mit Video-Assets im Vergleich zu reinen Bild/Text-Kombinationen? Wie oft wurden sie ausgespielt und über welche Kanäle kamen die Nutzer? Das ist für die Auswertung wirklich hilfreich, um den Impact von Video-Assets besser zu verstehen und das Budget für die Produktion gegenüber den Kunden zu rechtfertigen.
Social Proof in Anzeigen: Klickstatistiken
Google testet aktuell auch ein neues Element in den Responsive Search Ads (RSAs): Klickstatistiken. Da steht dann unter der Anzeige direkt ein Text wie „Geklickt über 10k mal in diesem Monat“. Das ist natürlich ein massiver Hebel für den Social Proof – aber eben primär für die ganz großen Werbetreibenden. Als kleiner Nischenanbieter mit vielleicht 500 Klicks sieht man daneben natürlich blasser aus. Ich finde das schon krass, wie Google hier den Wettbewerb beeinflusst. Es erzeugt Vertrauen, kann aber den Markt für kleinere Player noch schwieriger machen.
Die Zukunft: KI-Landingpages und Ask Maps
Google Patent: Wenn die KI deine Webseite ersetzt
Das vielleicht spannendste Thema ist ein neues Patent von Google. Es geht darum, Landingpages direkt in den Suchergebnissen per KI zu erstellen. Die Idee dahinter: Wenn Google merkt, dass deine eigene Webseite für eine spezifische Suchanfrage nicht optimal konvertiert oder die Informationen nicht schnell genug liefert, baut Google einfach on-the-fly eine eigene Seite für dich – basierend auf dem, was die Firma anbietet.
Das ist erst mal nur ein Patent für die Zukunft, aber die Richtung ist klar. Google will den Nutzer gar nicht mehr auf deine Webseite schicken. Wie man das Branding dort kontrollieren soll, weiß noch keiner. Wir beobachten das genau, aber die Vorstellung ist schon unheimlich. Deine Webseite muss in Zukunft so überzeugend sein, dass Google keinen Grund sieht, sie durch eine KI-Variante zu ersetzen.
Ask Maps: Der neue Shopping-Begleiter
In den USA und Indien ist „Ask Maps“ bereits verfügbar – der KI-Modus für Google Maps. Man kann dort jetzt natürliche Gespräche führen. Statt starr nach Kategorien zu suchen, fragst du: „Ich möchte heute ein romantisches Abendessen alleine für mich, mit dieser speziellen Atmosphäre“. Google scannt dann nicht nur die Datenbank, sondern wertet alle Rezensionen und sogar Werbeanzeigen der Restaurants aus, um die perfekte Empfehlung zu geben.
Das ist eine gewaltige Entwicklung für Local SEO. Und wer glaubt, das bleibt werbefrei: Google hat bereits bestätigt, dass sie Ads in Gemini und diesen KI-Funktionen nicht ausschließen. Ich bin mir sicher: Das kommt auf jeden Fall und wird die Art, wie wir lokale Kunden gewinnen, komplett verändern.
Was sich sonst noch tut: Apple, ChatGPT & Bing
Apple Maps greift an: Local Ads
Endlich passiert etwas bei Apple! Local Ads kommen zu Apple Maps. Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Google Local Campaigns. Für uns bedeutet das einen komplett neuen Kanal mit einer sehr kaufkräftigen Zielgruppe. Die Präsenz dort wird in Zukunft genauso wichtig sein wie das Google Business Profile. Wer hier zuerst optimiert, gewinnt den Marktanteil bei den iPhone-Nutzern. Es ist ein neuer Kanal und bedeutet mehr Arbeit, aber eben auch mehr Chancen.
Der ChatGPT Ads Manager
Auch OpenAI geht den nächsten Schritt. In Kooperation mit Partnern wie Criteo kommt der ChatGPT Ads Manager. Werbetreibende können dort bald Performance-Zahlen sehen. Bisher war Werbung in KI-Bots eher ein Ratespiel, jetzt bekommen wir echte Daten. Es sind zwar noch nicht viele Werbetreibende am Start, aber das Potenzial ist riesig, wenn man direkt in der Konversation mit dem Nutzer auftaucht.
Bing Ads: Negative Listen für PMax
Ein nützliches Feature von Microsoft: In Bing Ads gibt es jetzt Self-Service Negative Lists, die man auch auf PMax-Kampagnen anwenden kann. Wer viel Traffic über Bing zieht und mit PMax arbeitet, sollte sich das unbedingt anschauen. Kontrolle über Ausschlüsse ist dort ja oft ein wunder Punkt, und dieses Tool gibt uns endlich wieder etwas Steuerung zurück.
Demand Gen: Das API-Budget
Zuletzt ein technischer Hinweis: Seit dem 01.04.2026 gilt für Demand Gen Kampagnen via API ein Minimum-Budget von 5 USD pro Tag. Wer also automatisierte Skripte nutzt, sollte seine Einstellungen prüfen, damit die Kampagnen nicht plötzlich pausiert werden.
Wir sehen im April 2026 einen massiven Shift hin zur KI-gesteuerten Ausführung – egal ob bei Titeln, Landingpages oder automatischen Video-Voiceovern. Die wichtigste Aufgabe für uns bleibt: Die Kontrolle behalten, wo es geht, und die neuen Kanäle wie Apple Maps und ChatGPT Ads frühzeitig zu besetzen, bevor der Wettbewerb dort zu groß wird. Wir beobachten weiter, was die Updates mit den Rankings machen.
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